Hockeybericht

 

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„Für Jens“ – einen Fan, wie man sich ihn wünscht

Ein Nichthockeyspieler bei seinem Champions-Trophy-Besuch im Warsteiner HockeyPark

 

 

 

24.05.2008 - Es müsste mehr Menschen wie Jens geben, dann wäre es um die Topveranstaltungen des Deutschen Hockey-Bundes noch besser bestellt. Jens weilt diese Woche in Mönchengladbach, schaut sich als Dauerkartenbesitzer fast alle Spiele der Samsung Champions Trophy an, läuft im Fan-Trikot über die Anlage im Warsteiner Hockey-Park und sammelt Autogramme der deutschen Spielerinnen. Dabei ist Jens gar kein Hockeyspieler, sondern „nur“ Sportbegeisterter.

Als „allgemein sportinteressiert“ bezeichnet sich der 31 Jahre alte Niedersachse. „Das erste Mal bewusst Hockey angeschaut habe ich mir bei den Fernsehübertragungen von den Olympischen Spielen 1992“, erinnert sich Jens an seine ersten Berührungspunkte mit einer Sportart, die er niemals selbst ausprobiert hat. „In meiner Umgebung gibt es keinen Hockeyverein. Von daher stellte sich diese Frage gar nie“, sagt Jens, der in Lohne wohnt und in der 28.000-Einwohner-Stadt im Großraum von Osnabrück als Postzusteller sein Geld verdient.

Alle vier Jahre wieder genoss Jens das olympische Hockey-TV-Erlebnis. Carsten Fischer sei sein erster großer Hockey-Held gewesen: „Diese Glatze, diese Strafecken!“ Dass die Spiele in Atlanta und Sydney längst nicht so erfolgreich für die deutschen Hockeyvertreter verliefen wie noch in Barcelona, machte Jens nicht viel aus. Hockey blieb in seinem Fokus, und für zwei medaillenlose Spiele wurde der TV-Konsument ja dann natürlich wunderbar durch Athen 2004 entschädigt.

Ein Besuch bei der Oma in Bottrop verband Jens im Spätsommer 2006 mit einem Ein-Tages-Besuch in Mönchengladbach bei der Herren-WM. „Ich habe die Vorrundenpartie Deutschland gegen Niederlande gesehen. Das war bei vollem Stadion ein echtes Erlebnis“, erinnert er sich noch gut an sein erstes Live-Hockeyspiel. Es war das Jahr der Weltmeisterschaften in Deutschland – erst Fußball, dann Hockey und schließlich Handball. Jens war überall kurz dabei.

Bei einem weiteren Kurzbesuch wollte er es nicht belassen. Als Jens über die hockey.de-Webseite von der Champions Trophy 2008 der Damen erfuhr, war für ihn schnell klar: „Da nehm ich mir Urlaub und fahr die ganze Zeit hin.“ Um ganz sicher zu gehen, auch einen Sitzplatz zu bekommen, bestellte er via Internet eine Dauerkarte für135 Euro. Dass die rund 9000 Sitzplätze im Hockeypark dann an den meisten CT-Spieltagen höchstens zu einem Drittel belegt waren, erstaunte Jens: „Da hätte ich doch mehr Hockeypublikum erwartet.“

Auch wenn ihm noch viele Feinheiten des Spielablaufs fremd sind und er insbesondere noch zahlreiche Schiedsrichterentscheidungen in die Katagorie „Keine Ahnung, warum“ einordnen muss, so hat Jens doch viel Gefallen gefunden. „Hockey ist ein enorm schnelles Spiel. Es gibt kaum Kunstpausen.“ Und manchmal kommt das Schönste erst nach Schlusspfiff: „Diese Kontaktmöglichkeit mit den Spielern wäre im Fußball oder Handball unmöglich“, so Jens begeistert nach einer Autogrammstunde im Zelt des DHB-Hauptsponsors Hyundai. Der passionierte Autogrammsammler (hat signierte Karten von Weltstars wie Tom Cruise oder Roger Federer) hatte am Ende der Turnierwoche unterschriebene Fotokarten aller 18 deutschen Trophy-Spielerinnen. Wieviel Mühe sich die Damen gaben, kann er schwarz auf weiß dokumentieren. Alle haben - außer ihrem Namen - geschrieben: „Für Jens“.